Jahreskongress 2006 des
Bundesverbands Mediation in HamburgMitwirkende: Silke Freitag, Alexia Glaveris, Regina Harms, Peer Kaeding, Martin Lindt, Tim Pechtold, Helge Pfingsten-Wismer, Katharina Richter, Kirsten Schroeter
Im Herbst 2006 veranstaltete der Bundesverband Mediation (BM) e.V. in Hamburg unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin der Justiz, Frau Brigitte Zypries, und dem Präsidenten der Universität Hamburg, Herrn Dr. Dr. hc. Jürgen Lüthje, seinen dritten Mediationskongress. Unter dem maritimen Motto „Frischer Wind für Mediation“ beteiligten sich mehr als 400 Teilnehmende an den verschiedenen Veranstaltungen des dreitägigen Kongresses; Fachleute und interessierte Laien konnten konzeptionelle Weiterentwicklungen und methodische Varianten des Mediationsverfahrens in verschiedenen Praxisfeldern kennen lernen, erproben und vielleicht auch neu für sich entdecken.
KoMeT e.V. war bei diesem Kongress Kooperationspartner des BM und hat sich über zwei Jahre aktiv und maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt. Etliche Mitglieder des Vereins waren im Organisationsteam des Kongresses aktiv, z.B. in der Koordination und Leitung des gesamten Teams, in der Planung und Gestaltung des Fach-Programms, bei der Gewinnung der ReferentInnen, in der Gestaltung des Rahmen-Programms und des zentralen Kongressfests, bei der Veröffentlichung des Programmhefts und im Tagungsbüro vor Ort, um nur einige Aufgaben zu nennen.
Frischer Wind für Mediation – wer an den Landungsbrücken in Hamburg über den Elbstrom und den Hafen schaut, braucht über die Bedeutung des Windes nicht lange nachzudenken. Mit dem Blick in die Masten der „Rickmer Rickmers“ erinnert man sich, was die Stadt am Wasser zum „Tor zur Welt“ gemacht hat. Austausch, Erneuerung und Auftrieb – das war es, was auch das Organisationsteam des Kongresses im Kopf hatte, als es das Motto für den Kongress auswählte.
Warum Austausch, Erneuerung und Auftrieb für Mediation? Hat nicht Mediation gerade in den letzten Jahren Auftrieb in Deutschland bekommen? Und ob: Mediation wird in Deutschland zunehmend nachgefragt, sie etabliert sich in Unternehmen, im Gemeinwesen, bei Familienstreitigkeiten – um nur einige Praxisfelder zu nennen. In etlichen Bundesländern wurden Modellprojekte an Gerichten implementiert, um rechtzeitig zu erkennen, was durch Mediation noch im Konsens zu klären ist. Und in den Praxen der MediatorInnen konnten viele Menschen nach der einvernehmlichen Klärung eines Konflikts aufatmen.
Der frische Wind, den wir uns für den Kongress wünschten, pustet nicht um, was bereits etabliert ist - vielmehr wirbelt er durch neue Gassen, neue Ecken und Winkel dieser Gesellschaft. In diesem Sinne öffnete sich der Kongress über das Fachpublikum hinaus für einen Austausch mit Menschen benachbarter Disziplinen und Länder ebenso wie mit denjenigen, die die Anwendungsmöglichkeiten von Mediation in ihrem Bereich kennen lernen möchten.
Ein Kongress lebt von der Vielzahl der Fachbeiträge in Form von Vorträgen und Workshops und natürlich auch von herausragenden Persönlichkeiten, deren Name für ein Programm steht: Hier sind die Vorträge von Horst-Eberhard Richter, Jay Rothman, Friedemann Schulz von Thun und Renata Bauer-Mehren ebenso zu nennen wie die Podiumsveranstaltung mit der niedersächsischen Justizministerin Heister-Neumann – neben einer Vielzahl von fachkundigen Mediatorinnen und Mediatoren, die die inhaltliche Vielfalt des Kongresses ausmachten.
Einen vertieften Eindruck von der Vielfalt der Beiträge bietet das anschließend veröffentlichte Buch, das u.a. von KoMeT-Mitgliedern herausgegeben wurde und Artikel von KoMeT-Mitgliedern enthält:
Lange, R., Kaeding, P., Lehmkuhl, M. & Pfingsten-Wismer, H. (Hrsg.) (2007). Frischer Wind für Mediation. Konzepte, Methoden, Praxisfelder und Perspektiven der Konfliktberatung. Schriftenreihe des Bundesverbands Mediation (Band 3). [29,50 Euro, im Buchhandel oder über den BM unter www.bmev.de zu beziehen]

