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Mediationswerkstatt für Lehrkräfte, die Streitschlichtung fördern

Mitwirkende: Astrid Bültemeier, Silke Freitag, Mari-Annukka Lechte, Tim Pechtold, Kirsten Schroeter

Ziel und Hintergrund der Veranstaltung
Viele Schulen in Hamburg haben ein großes Interesse daran, den Umgang mit Konflikten zu verbessern und dabei insbesondere die Schülerinnen und Schüler mit einzubeziehen. Seit etlichen Jahren werden deshalb Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet. Die 1. Hamburger Mediationswerkstatt bot allen Aktiven und Interessierten ein Forum für den Austausch ihrer Erfahrungen mit der Umsetzung von Mediation vor Ort. Im Mittelpunkt standen sowohl der Rückblick auf bisherige Erfahrungen und Schwierigkeiten als auch der Blick nach vorn: Was brauchen Schulen (noch) für die weitere Gestaltung eines konstruktiven Umgangs mit Konflikten?

Eingeladen waren Schulen, an denen KoMeT e.V. SchülerInnen und Lehrkräfte ausgebildet und begleitet hat, aber auch Schulen, die sich für Mediation interessierten und sich einmal aus erster Hand informieren wollten.

Eindrücke zum Verlauf
Eingangs beschreibt Tim Pechtold, wie sich in Hamburg die Einführung von Streitschlichtung an Schulen von einem „einfachen“ Training für SchülerInnen, mit dem vermeintlich das Problem der Konflikte gelöst sein sollte, in den letzten Jahren verändert hat: Zunächst wurden begleitende Maßnahmen für einzelne LehrerInnenentwickelt, zunehmend gab es Fortbildungen für ganze Kollegien oder Einführungsveranstaltungen für die Schülerschaft – heute ist Streitschlichtung im Idealfall ein Baustein im komplexen Veränderungsprozess der Organisation Schule hin zu einem konstruktiven Umgang mit Konflikten. Angesichts der aktuellen politischen Lage, die der Finanzierung von Gewaltprä­ventions- und Streitschlichtungsprojekten keine Priorität einräumt, soll diese Veranstaltung dazu beitragen, das „kleine Pflänzchen der Streitschlichtungskultur“, das an Hamburger Schulen gewachsen ist, durch stärkeren Austausch und Vernetzung zu pflegen.

Ca. 40 interessierte Lehrkräfte und einige Schülerinnen arbeiteten engagiert in Kleingruppen und unter­suchten, was bisher gut läuft und was sich schwierig gestaltet. Die Teilnehmenden hörten interessiert den Berliner Erfahrungen zu, die Dr. Jamie Walker vom MediationsBüro Mitte in Berlin vortrug. Heraus­forderungen für die Schulmediation sind aus ihrer Sicht vor allem: Andere Institutionen einzubinden und Mediation stärker in die Ausbildung von Lehrkräften, ins Studium von Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Psychologie zu verankern, Mediation auf den Jugendbereich zu übertragen und mit Konzepten der Ge­meinwesenmediation zu verbinden; Eltern stärker einzubinden, Schulmediation in den breiteren Kontext von einer konstruktiven Konfliktkultur einzubetten und mit anderen Ansätzen zur Gewaltprävention zu verzahnen sowie Geduld und Ausdauer an den Tag zu legen -  die Etablierung von Schulmediation dauert 3 bis 5 Jahre.

Jamie Walker schließt mit einem Ausblick auf die nächsten 10 Jahre: Schulmediation wird ein fester Bestandteil von Schulen sein und nicht mehr erklärungsbedürftig. An Ausbildungsressourcen und viel­fältigeren Angeboten wird es keinen Mangel geben. Die Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Ansätzen wird zunehmen. Die Konfliktlotsen von heute werden erwachsen und tragen ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter - Schulmediation leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung von Media­tion in unserer Gesellschaft insgesamt.

Vereinsvorstand Dr. Alex Redlich im Gespräch mit Referentin Dr. Jamie Walker

Vereinsvorstand Dr. Alex Redlich im Gespräch mit Referentin Dr. Jamie Walker

Rückmeldungen und Fazit
Viele TeilnehmerInnen begrüßen die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung – an diesem Nachmittag wurden bereits erste, ganz konkrete gemeinsame Projekte verabredet. Viele empfinden es entlastend, von anderen Erfahrungen, von Erfolgen, aber insbesondere auch von Schwierigkeiten zu hören. Vor dem Hintergrund der von Jamie Walker berichteten Berliner Entwicklungen wurde deutlich, was für ein „langer Atem“ nötig ist, um Streitschlichtung dauerhaft an Schulen zu implementieren.

Einigkeit besteht darin, trotz knapper personeller und finanzieller Ressourcen dennoch Visionen zu ent­wickeln (internationaler Austausch, Preisgelder etc.). In diesem Zusammenhang gibt es die Anregung an KoMeT, Schulen mehr Know-How zu vermitteln, so dass diese in Sachen Sponsoring aktiv werden können. Ein weiterer Wunsch ist ein Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Lehrkräften und SchülerInnen verschiedener Schulen, Schulformen und Altersstufen zum Thema Streitschlichtung.

 

 

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