„Co-Produktionen“ – zusammen gedacht, gemeinsam geschrieben
„Das Schiff ist sicherer, wenn es im Hafen liegt. Doch dafür werden Schiffe nicht gebaut“
(Paulo Coelho)
Gibt es Themen die nicht strittig oder streitbar sind oder sein können? Wäre es möglich, eine Haltung, Meinung, Gefühl, einen Glaube oder sogar eine Regel oder ein Gesetz zu finden, worüber es sich nicht streiten ließe? Unsere Hypothese: Nein, es könnte sein, dass es das nicht gibt… und auch darüber ließe sich sicher streiten!
Im Grunde ist diese Hypothese unser tägliches Brot, weil wir durch unsere Arbeit erleben, wie sich menschliche Verschiedenheiten zu Konflikten – oder auch Streitigkeiten – entwickeln können. Nicht weil Menschen grundsätzlich streitbar sind, sondern weil wir wegen unserer Verschiedenheiten auch aneinander geraten oder stoßen können. In leisen oder lauten Streit. Gut genutzt sind aber unterschiedliche oder gegensätzliche Sichtweisen genau das, was uns weiterentwickeln und mit unsere jeweilige Vorhaben vorankommen lassen kann.
Im Blog-Team nutzen wir unsere Verschiedenheiten in der redaktionellen Arbeit, wenn wir uns gegenseitiges Feedback zu den Beiträgen geben – sowohl zu unseren eigenen Texten sowie zu denen der festen Autorinnen und unseren Gastautoren. Wir tun dies nicht nur, weil der Austausch unsere Arbeit beflügelt, sondern weil wir mit unserem Blog gerne unsere Haltung leben: Je mehr Perspektiven wir entwickeln können, je mehr Sichtweisen, desto interessanter und hilfreicher das Ergebnis. Das entspricht einem Prinzip in unserer Arbeit mit Konflikten: Je komplexer der Auftrag vom Kunden, umso wahrscheinlicher arbeiten wir in Tandems: Für einen Wechsel im Moderieren, für gegenseitiges Ausspeichern, gemeinsames Brainstorming, – für vereinte Kräfte eben.
Von den redaktionellen Besprechungen, durch die sich unsere Texte teilweise sehr verändern, schien es nun ein schlüssiger Schritt, gelegentlich wirklich gemeinsam Beiträge zu produzieren. Gedacht, getan! Wenn wir jetzt mit großer Freude dieses neue Format unter dem Etikett „Co-Produktion“ online stellen, gehen dem inbewährter Manier viele gemeinsame Gedanken und viele technische Anpassungen voraus. Wir hoffen sehr, dass Sie es genau so interessant finden werden wie wir, und freuen uns über Ihre Kommentare zu unseren Beiträgen.
Quellen:
Zum Begriff des Ausspeicherns siehe Bosse (2018), „Ausspeichern“ (Seite 27-28), in: Bettina Schubert-Golinski und Haiko Wandhoff (Hrsg.), Alles außer Q. Das ABC der systemischen Beratung. Hamburg: Corlin Verlag.
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